Anzug kaufen: 10 wichtige Hinweise, worauf du unbedingt achten solltest

Tipps beim Anzugkaufen | © Africa Studio - stock.adobe.com
Irgendwann geht es nicht mehr ohne Anzug. Meine wertvollen Tipps helfen dir beim Anzugkaufen.

Inhalt:
Tipp 1: Die richtige Größe
Tipp 2: Anzug für deinen Körperbau
Tipp 3: Anzug für alle Gelegenheiten
Tipp 4: Zubehör
Tipp 5: Anzug als Statement
Tipp 6: Schnitt und Sitz
Tipp 7: Qualität
Tipp 8: Preis
Tipp 9: Qualität aus Europa
Tipp 10: Zeit für deinen Anzugkauf

Der Anzug für deinen Abschlussball, eine Hochzeitseinladung oder dein Bewerbungsgespräch muss gut sitzen und gut aussehen. Irgendwann kommt für den Mann der Moment, wo es “ohne” nicht mehr geht: Du brauchst einen guten Anzug. Nun ist es für Männer ziemlich schwer, sich vollkommen selbstständig für ein elegantes Outfit zu entscheiden. Daher gebe ich dir an dieser Stelle 10 sehr wichtige Hinweise, worauf du bei diesem Kauf achten solltest.

Tipp Nummer 1: Die richtige Größe

Ein Anzug muss natürlich gut passen. Nun denkst du jetzt wahrscheinlich: Was ist an dieser Erkenntnis neu? Ganz so einfach ist es aber nicht. Deine Anzuggröße hat wenig bis nichts mit deiner T-Shirt-Größe zu tun. Darüber hinaus fallen Anzüge mehr noch als Standardbekleidung hinsichtlich der Größen recht unterschiedlich aus. Nicht zuletzt kann zwar die Jacke zu dir passen, doch die Hose kann zu kurz, zu lang, zu eng oder zu weit sein – und natürlich umgekehrt. Es gibt Männer, denen überhaupt kein Anzug von der Stange passt.

Wenn du noch nie oder nur vor sehr langer Zeit einen Anzug getragen hast, kennst du deine Größe wahrscheinlich nicht. Da hilft nur eine Methode: Du musst ins Geschäft gehen, Anzüge anprobieren, dir die Größen merken und möglicherweise darauf setzen, dass eine Änderungsschneiderei dein Lieblingsmodell für dich passend macht. Das kostet keine Unsummen und führt zu einem wirklich passenden Anzug. Am leichtesten sind die Hosenbeine zu kürzen. Wenn du also die Größe gefunden hast, bei der alles passt bis auf die Länge der Hose, dann entscheide dich am besten dafür und suche dir eine Änderungsschneiderei, die es in jedem Stadtviertel gibt. Die Modegeschäfte bieten meistens ebenfalls eine Änderung an, dabei solltest du aber nicht auf einen Preisvergleich vergessen.

Tipp Nummer 2: Anzug für deinen Körperbau

Du brauchst einen Anzug, der den Eigenheiten deines Körpers schmeichelt oder sie nötigenfalls kaschiert. Nun ist für den Mann die Versuchung groß, sich für einen schicken Anzug noch ein paar Pfund abzutrainieren, doch glaube mir: Das ist zu viel des Guten. Männer sollten ebenso wie Frauen zu ihrem Körper mit seinen speziellen Maßen stehen.

Manch ein Herr der Schöpfung hat zu lange Arme, manch einer einen kleinen Bauch, doch es gibt auch die Sportler, die es zu einem Sixpack gebracht haben. All das will beim Anzugkauf beachtet werden. An deinem Körper wird sich so schnell nichts ändern. Wähle daher einen Anzug, der dazu passt. Das bedeutet auch, dass du einen Schnitt und möglicherweise sogar Farben und Muster wählst, die deine Figur vorteilhaft erscheinen lassen.

Ein Anzugkauf beginnt im Grunde vor dem Spiegel, vor dem du dich fragst, welcher Anzug dir stehen könnte. Vielleicht hilft dir im Geschäft eine verständnisvolle Fachkraft, die dir allerdings das Beste und Teuerste verkaufen wird, was der Laden gerade führt. Du kannst daher einen guten Freund mitnehmen, der dich berät, vielleicht auch deinen Vater oder Bruder. Auf keinen Fall solltest du, irgendeine andere Freundin, deine Mutter oder Schwester mitnehmen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, deren Ratschläge sind komplett unbrauchbar und stressen mich nur. Warum das so ist? Dieses Rätsel habe ich noch nicht lösen können. 😉

Schnitt und Sitz beim Anzugkauf | © Africa Studio - stock.adobe.com
Achte darauf, dass der Anzug zu deinem Körperbau passt. Der Anzugkauf beginnt im idealsten Fall vor dem Spiegel.

Tipp Nummer 3: Anzug für alle Gelegenheiten

Wenn du deinen ersten Anzug kaufst, denkst du noch lange nicht an den zweiten, dritten und vierten. Viele Männer besitzen in ihrem ganzen Leben oder zumindest über lange Jahre nur einen einzigen Anzug. Dieser soll für alle Gelegenheiten genügen, was die Farbauswahl einschränkt. Wähle ein dunkleres Blau oder ein mittleres Braun. Damit kannst du zum Vorstellungsgespräch und nötigenfalls auch auf eine Beerdigung gehen, an die du gerade nicht erinnert werden willst, die aber auf jeden von uns gelegentlich zukommt.

Denke auch an einen eher uniformellen (allgemeingültigen) Schnitt, also nicht an etwas sehr Extravagantes. Zu einem schwarzen Anzug rate ich dir nicht unbedingt, denn dieser erinnert allzu sehr an die Beerdigung. „Men in Black“ weisen die Welt darauf hin, dass sie nur einen einzigen Anzug besitzen, der auf jeden Fall zur Beerdigung passt, aber nun auch für den Opernbesuch, die Taufe und die Hochzeit des besten Freundes herhalten muss. Die einzige Ausnahme wäre ein wirklich edler schwarzer Anzug mit einem ebenso edlen Hemd, teuren Manschettenknöpfen und weiteren Accessoires. Wenn du so viel Geld ausgeben möchtest, passt das.

Tipp Nummer 4: Zubehör

Dein Hemd, die Socken, die Krawatte oder Fliege liefern die nötigen Farbtupfer zu deinem Anzug. Sie dürfen, müssen aber nicht mit dessen Farbe kontrastieren. Hier sind alle möglichen Varianten denkbar, zum Beispiel das dunkel- oder hellblaue, aber auch das weiße, rosafarbene oder beige Hemd zum dunkelblauen Anzug. Schau dir einige dieser Kombinationen an und probiere sie im Geschäft aus. Hierfür benötigst du einen Laden, der auch das Anprobieren von Hemden ermöglicht.

Experimentiere ein wenig und überprüfe, ob dir eine Fliege stehen würde. Diese oder die Krawatte dürfen wirklich farbenfroh sein, selbst schwarze Socken sind keine Pflicht mehr.

Sei aber behutsam: Weiße Socken zum gedeckten Anzug gehen (noch) nicht, auch Justin Trudeaus Star-Wars Socken solltest du zum Vorstellungsgespräch lieber nicht tragen (es sei denn, du möchtest gezielt provozieren). Denke an die Schuhe und den Gürtel, beides muss mit dem Anzug mithalten können.

Tipp Nummer 5: Anzug als Statement

Wie all deine Sachen ist auch dein Anzug ein Statement, das dürfte dir klar sein. Du musst dich darin extrem wohlfühlen. Du gewinnst als Anzugträger nur, wenn du dieses Outfit mit innerer Überzeugung trägst und dabei selbstsicher wirkst. Das sollte auch ein Verkäufer einsehen, der dich berät. Er sollte dich daher vor einem modischen Fehlgriff bewahren. Zum Wohlgefühl gehört auch, dass du nicht unbedingt allen Konventionen folgst – etwa der, dass die Sakkoärmel nach Lehrbuch kurz genug sind, um deine Manschettenknöpfe noch zu zeigen. Damit fühlen sich viele Männer gerade nicht wohl. Wähle eine Größe, die dich elegant und lässig zugleich umhüllt. Der Anzug darf nicht zu knapp wirken, das macht dich dick. Nicht zuletzt könntest du figurtechnisch in den nächsten Jahren noch ein wenig zulegen. Dann bist du dankbar, wenn dir dein (vielleicht auf lange Sicht einziger) Anzug dafür den nötigen Spielraum lässt.

Tipp Nummer 6: Schnitt und Sitz

Es gibt sehr verschieden geschnittene Anzüge. Eigentlich soll dein Anzug überall gut sitzen, doch in der Regel gibt es ein paar Problemstellen. Das sind vor allem die Schultern und die Taille, wobei der Schnitt eine ziemlich große Rolle spielt. Es gibt ihn auf klassische Art, aber auch mit gepolsterten Schultern, eng, italienisch oder sehr modern. Wenn ein Anzug an bestimmten Stellen gar nicht sitzen will, kann es am Schnitt liegen. Du musst dich dann für eine andere Variante entscheiden und solltest dich diesbezüglich unbedingt beraten lassen. So ist der für dich passende Schnitt das Längenverhältnis deines Oberkörpers zu den Beinen und das Verhältnis deiner Schultern zur Taille sehr entscheidend. Wenn deine Figur ein wenig aus dem Rahmen fällt, wird dir die italienische Variante – eher geeignet für schlanke, große Männer – vielleicht nicht passen.

Tipp Nummer 7: Qualität

Es scheint ein banaler Hinweis zu sein, dass du auf die Qualität deines Anzugs achten solltest. Dennoch halte ich diesen Tipp für Männer wichtig, die ansonsten eher lässig mit ihrer Mode umgehen. Sie gehen ins Geschäft, schauen kurz, probieren und entscheiden dann: Hose passt, fertig, gekauft. Auf Qualität achtest du möglicherweise sonst nicht sehr stark, was nicht weiter schlimm ist, denn ewig trägst du deine Sachen sowieso nicht. Doch beim Anzug ist das etwas anders. Du wirst ihn wahrscheinlich sehr lange besitzen und zu wirklich festlichen Gelegenheiten anziehen. Nichts wirkt schlimmer als ein billiger Anzug. Außerdem soll er lange halten, was nur bei Stoffen in hoher Qualität gegeben ist.

So überprüfst du die Qualität: Fasse den Hosenstoff kurz an, verschließe ihn in der Faust und reibe kurz daran. Wenn er dann gleich knittert, ist es minderwertiger Stoff, von dem ich dir abrate. Der Anzug übersteht kaum die erste Reinigung.

Qualität prüfen beim Anzugkauf | © Africa Studio - stock.adobe.com
Die Qualität des Stoffes kannst du an der Hose feststellen. Wenn der Stoff gleich knittert, ist er minderwertig.

Tipp Nummer 8: Preis

Mit guter Qualität geht auch ein höherer Preis einher. Du darfst nicht zu geizig sein, wenn du einen guten Anzug kaufen möchtest. Richte dich auf mehrere Hundert Euro ein, einen guten Anzug wirft man dir nicht hinterher. Du musst allerdings den Preis gegen das Material abwägen. Sehr feiner, damit auch sehr teurer Stoff hält nicht sehr lange. Er sieht zwar sehr gut aus, doch an diesem Anzug hättest du nur deine Freude, wenn du ihn eher selten trägst. Wenn du aber in nächster Zeit oft den Anzug zum Beispiel für Vorstellungsgespräche brauchst, dann wähle einen etwas festeren Stoff. Damit könnte sogar der Preis etwas sinken.

Tipp Nummer 9: Qualität aus Europa

Bei vielen Käufen setzen wir auf die Auszeichnung “made in Austria”, bei Mode ist das aber nicht zwingend. Made in Europe ist vollkommen in Ordnung, denn die europäische Textilindustrie behauptet weltweit einen erstklassigen Rang und baut auf sehr langen Traditionen – aus Italien, England, Deutschland, Frankreich, Schweden und anderen Staaten – auf. Wähle europäische Qualität, damit machst du nichts falsch.

Tipp Nummer 10: Zeit für deinen Anzugkauf

Für Hetero-Männer ist das Aussuchen von Bekleidung eher Frust als Lust. Darin unterscheiden sie sich sehr stark von den Frauen oder schwulen Männern. Wenn du zu denen gehörst, die nicht so gerne Shoppen, springe beim Anzugkauf über deinen Schatten. Informiere dich tage- und wochenlang online, dann plane im Fachgeschäft mindestens zwei Stunden ein. Dein guter Anzug wird dich dafür sehr lange belohnen und dir Geld sparen.

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Hast du deinen ersten Anzug-Kauf schon hinter dir? Oder hast du noch nie einen Anzug gekauft und es sind noch Fragen offen? Dann hinterlasse ein Kommentar.

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