1×1 der Unterhosen: 10 Dinge, die Männer über die Wahl der passenden Unterwäsche wissen müssen

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10 Tipps für Männer: So kaufst du garantiert die richtige Unterhose.

Inhalt:
Info 1: Der Mann und seine Unterwäsche
Tipp 1: Baumwolle oder die moderne Kunstfaser?
Tipp 2: Wie teuer dürfen Herrenunterhosen sein?
Tipp 3: Welche Unterhosenform steht dir?
Tipp 4: Unterwäsche waschen
Tipp 5: Muss es Biobaumwolle sein?
Tipp 6: Farben und Muster
Tipp 7: Wann solltest du eine Unterhosen entsorgen?
Tipp 8: Wie oft solltest du die Unterhose wechseln?
Tipp 9: Größe einer Unterhose
Tipp 10: Bequemlichkeit der Unterhosen

Unterwäsche gehört für uns alle zur wichtigsten Bekleidung. Während die meisten Frauen hierauf auch sehr großen Wert legen, steht sie bei Männern vielfach auf der Prioritätenliste ganz weit unten. Eine Ausnahme stellen überwiegend homosexuelle Männer dar. Einige Unterwäsche-Marken haben das erkannt und sich genau auf diese Gruppe spezialisiert.

Bei der Auswahl zur richtigen Unterwäsche geht es um Hygiene, Bequemlichkeit, das Aussehen (auch im vollständigen Outfit) und gelegentlich um die sexuelle Ausstrahlung.

Der Mann und seine Unterwäsche

Warum nur kümmert sich der Großteil aller Männer so wenig um ihre Unterhosen? Deren Auswahl kostet weder viel Geld noch Zeit. Vielleicht täte Beratung den Männern gut, doch dagegen sind sie scheinbar resistent. Auch Männer in Partnerschaft mit einer Frau fragen diese keinesfalls, ob sie ihnen beim Unterwäschekauf helfen kann. Es geisterten zwar in den letzten Jahren dubiose Umfrageergebnisse durch die Presse, nach denen jede dritte Männerunterhose nicht ein Mann, sondern dessen Partnerin kauft.

Doch das stimmt offenbar nicht, wie jüngere Befragungen ergeben: Demnach kaufen 80 % aller Männer ihre Unterhose selbst. Einige von ihnen lieben es sogar, wie eine aktuelle Umfrage der Branchenzeitschrift “TextilWirtschaft” ergab.

Dazu trugen prominente Werbeträger bei: Mark Wahlberg zeigt sich in Unterhosen von Calvin Klein, David Beckham ist Werbeträger für H&M. Das hat die Umsatzzahlen der Männerunterwäsche offenbar beflügelt. Moderne Männer besitzen heute durchschnittlich 23 Unterhosen, Tendenz steigend. Allerdings gibt es auch (ältere) Herren, die inzwischen seit 30 Jahren dieselbe Unterwäscheform von immer derselben Marke tragen. Das bestätigte jüngst der C&A Pressesprecher Thorsten Rolfes. Das Unternehmen ist Marktführer bei männlicher Unterwäsche. Viele Männer, so Rolfes, setzen stur auf die Klassiker der Unterhosen. Moderne Materialien und Schnitte sowie beigefügte Raffinessen können sie nicht einordnen, weshalb ihnen auch deren Vorzüge entgehen.

Diese sind gewaltig: Die innovative Unterhose von heute sitzt viel perfekter, überzeugt mit einem angenehmen Fitting und erweist sich im Alltag als echter Allrounder. Was musst du nun als Mann über Unterhosen wissen? Hier sind meine 10 Tipps.

Tipp Nummer 1: Was ist besser: Baumwolle oder die moderne Kunstfaser?

Erstaunlich, aber wahr: Die Kunstfaser hat in Sachen Hygiene und Komfort die gute alte Baumwollunterhose längst überholt. Der Grund ist ein rein physikalischer, wie die Expertin Hildegard Schiffmann-Bürschgens (Niederrheinische Hochschule für Textiltechnik) bestätigt. Baumwolle zeichnet sich durch die wesentliche Eigenschaft aus, bis zu 60 % des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Das ist bei manch einer Oberbekleidung durchaus wertvoll, im Fall der Unterhose jedoch nicht: Die untenrum entstehende Feuchtigkeit enthält die Gerüche des männlichen Urins und Schweißes im Schritt, eine reine Baumwollunterhose bindet sie dort. Der moderne Materialmix aus Polyester, Elasthan und Polyamid in Kombination mit Viskose und Baumwolle hingegen atmet besser und ist außerdem leichter. Er nimmt die Körperflüssigkeiten schnell auf, anschließend lässt er sie auch schnell an der Außenseite verdunsten. Allerdings kommt es auf die Marke der Kunstfaser an. Lycra ist ein Elasthan-Markenname von DuPont, diese Unterhosen “funktionieren” gut. Manch ein Polyester hingegen ist nicht fein genug gesponnen und weist eine eher suboptimale Texturierung auf. Gute Polyesterunterhosen zeichnen sich durch ihre Wabenstruktur aus. Diese verhindert durch die erhöhte Atmungsaktivität das zu starke Schwitzen. Gleichzeitig leiten Hohlfasern die Feuchtigkeit ab. So funktionieren auch Mikrofaserhandtücher, die sehr schnell wieder trocknen. Textilexperten empfehlen also durchaus Polyester, raten aber dringend, auf die Qualität zu achten.

Qualität bei Unterhosen für Männer hat ihren Preis: Die Billigunterhose vom Textildiscounter aus 100 % Polyester hat keine hochwertige Wabenstruktur. Diese findet sich eher bei der Funktionsunterwäsche der namhaften Marken, die zum Beispiel auch Outdoorunterwäsche für Wanderer anbieten. Ganz billig ist das nicht, doch der Lohn ist ein deutlich erhöhter Tragekomfort ohne Gerüche.

Tipp Nummer 2: Wie teuer dürfen Herrenunterhosen sein?

Jeder zweite Mann achtet stark auf den Preis seiner Unterwäsche. Wiederum kommt diese Ermittlung vom Verbraucherfokus “TextilWirtschaft”. Nun können Unterhosen für Männer wahnsinnig billig sein, Textildiscounter verschleudern sie im Fünferpack manchmal schon für ein paar Euro. Das sind dann die oben beschriebenen sehr billigen Wäschestücke, die nicht viel taugen und bei denen natürlich auch die asiatischen Näherinnen, die Logistiker und die Verkäuferinnen ausgebeutet werden.

Billig sieht und riecht man am Ende auch sehr schnell: Die Hosen geben nach einem halben Tag des Tragens eine deutliche Duftmarke ab, darüber hinaus sind sie nach wenigen Monaten verwaschen, löchrig und ausgeleiert. Das ist nicht nur unhygienisch und unästhetisch, sondern auch ungesund. Der Stoff einer Unterhose liegt eng auf unserer Haut an. Wir sollten darauf achten, was wir uns da antun. Beim Preis ist vielleicht der richtige Kompromiss entscheidend, denn Markenunterhosen können andererseits durchaus 45 Euro pro Stück kosten. Du musst wissen, ob sie dir das wert sind. Sie taugen dann zweifellos mehr, doch bei bestimmten Marken bezahlst du den Namen mit. Ich persönlich setze auf Markenqualität aus dem mittleren Preissegment, bei der die Stoffe und die Verarbeitung stimmen. So kaufen übrigens 78 % aller Männer ihre Unterhosen.

Tipp Nummer 3: Welche Unterhosenform steht dir?

Dass eine Unterhose sehr bequem sitzen soll, unterschreibt wohl jeder Mann. Rund 60 % aller Männer geben an, dass sie in der Unterwäsche auch gut (sprich: sexy) aussehen wollen, was wiederum durch einen guten, engen, aber nicht einengenden Sitz gelingt. All das hängt von der Unterhosenform ab. Retro-Pants sind daher bevorzugte Modelle, doch bei einem Figurproblem können sich Webboxer besser eignen: Sie liegen eben nicht eng an. Hast du einen Bauch? Dann wähle eher ein schmales Bündchen. Aktuell ist das breite sehr beliebt, aber es betont den Bauch ziemlich stark. Wenn du etwas mehr auf den Hüften trägst, solltest du auf schreiende Muster und knallige Farben verzichten. Schwarz geht immer. Ein dünner Mann kann gut die Low Rise Trunk tragen, die als Boxershort tiefer sitzt.

Unterschiedliche Formen von Herren Unterwäsche | © vectorikart - stock.adobe.com
Es gibt bei der Unterwäsche unzählige Formen, hier ein kleiner Überblick.

Tipp Nummer 4: Unterwäsche waschen

Es kursiert nach wie vor das Gerücht, dass Unterwäsche grundsätzlich bei 60 °C gewaschen werden muss. Das muss sie ausdrücklich nicht, jedenfalls nicht, wenn sie aus einer moderneren Faser (siehe oben) besteht. Die 60° sollen sämtliche Keime abtöten, doch Kunstfasern wie Polyester und Polyamid sind gegen Bakterien resistent.

Daher reichen 30 – 40 °C beim Waschen wirklich aus: Die Unterhose hält dadurch länger. Solltest du die Wäsche sehr oft waschen müssen, weil du sie wegen starken Schwitzens nur einen halben Tag lang trägst, verwende alternativ lieber Funktionsunterwäsche für den Outdoor- und Sportbereich. Hier sind Silberionen eingewebt, welche die Gerüche binden. Diese Unterhosen kannst du etwas länger tragen.

Tipp Nummer 5: Muss es Biobaumwolle sein?

Biobaumwolle wird nachhaltig produziert, dieses Thema durchdringt den gesamten Bekleidungsmarkt. Bei Biobaumwolle geht es zunächst nur um den Anbau der Baumwolle ohne Pestizide, Gentechnik und chemischen Dünger, diese Baumwolle ist wie alle Bioprodukte einfach gesünder. Allergiker schwören sogar darauf. Darüber hinaus gibt es auch fair produzierte und gehandelte Kleidung. Bei dieser wird auf die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern geachtet. Du bezahlst für so eine Unterhose nur ein paar Cent mehr, tust aber ein gutes Werk.

Tipp Nummer 6: Farben und Muster

Das Thema hatten wir schon weiter vorn, ich möchte noch einmal ausführlicher darauf eingehen. Schwarze, weiße, blaue und graue Unterhosen kannst du praktisch immer tragen. Wenn es Muster sein sollen, funktionieren in jeder Situation schlichte, klassische Karos. Comic-Prints und wilde Muster kannst du unter 30 anziehen, mit String-Slips und Latexhöschen betonst du eine bestimmte Sexualität.

Elefanten-Rüssel-Exemplare eignen sich bestenfalls für die Comedyshow oder den Zirkus. In so einer Unterhose könntest du dich lächerlich machen, wenn sie eine Person sieht, mit der du in intimer Beziehung stehst – also Vorsicht.

Tipp Nummer 7: Wann solltest du eine Unterhosen entsorgen?

  • wenn sie ausgefranst ist
  • wenn sie dir zu eng wird
  • wenn sie Löcher hat
  • wenn das Bündchen unwiderruflich ausgeleiert ist
  • wenn sich bestimmte Flecken nicht mehr herauswaschen lassen
  • wenn die ursprünglich Farbe absolut ausgewaschen ist

Tipp Nummer 8: Wie oft solltest du die Unterhose wechseln?

Keine Frage: täglich natürlich! Auch Funktionsunterwäsche, die wenig riecht, ist bei längerem Tragen unhygienisch.

Es kann auch passieren, dass du an heißen Tagen mit viel Bewegung die Unterwäsche sogar zweimal am Tag wechselst. Das hat nicht nur einen hygienischen, sondern auch einen gesundheitlichen Grund: In bestimmten Unterhosen mit hohem Baumwollanteil siedeln sich Pilze und Bakterien an (in Kunstfasern allerdings kaum, siehe oben). Wenn das passiert, drohen Krankheiten. Du stellst die ersten Symptome einer Erkrankung an roten Flecken im Schritt fest.

Tipp Nummer 9: Größe einer Unterhose

Bei Unterwäsche sind die Größenbezeichnungen leider verwirrend.

Größenentsprechungen sind:

  • Größe 3: XS oder 46
  • Größe 4: S oder 48
  • Größe 5: M oder 50
  • Größe 6: L oder 52
  • Größe 7: XL oder 54
  • Größe 8: XXL oder 56

Achtung: Bei einzelnen Marken variieren die Größen manchmal ein wenig.

Die richtige Unterhosengröße für Männer | © majdansky - stock.adobe.com
Damit die Unterhose nicht zwickt, hier eine Aufschlüsselung der Größentabelle.

Tipp Nummer 10: Bequemlichkeit der Unterhosen

Der gute Sitz (siehe Tipp 3) kollidiert leider manchmal mit der Bequemlichkeit. Besonders bequem sind locker sitzende Boxer-Shorts durch ihre weite Passform, das weiche Material und den elastischen Bund. Sie sind vorn mit einem Eingriffsschlitz versehen, den du zuknöpfen kannst. Du darfst sie aber nicht zu groß wählen, sonst sind sie unter der Jeans sichtbar. Es gibt sie auch in Überlänge, dann eignen sie sich als Schlafhose. Manche Boxer-Shorts sind hautnah (oder “hauteng”) geschnitten. Mit hohem Bund heißen sie dann Boxer-Briefs, mit knappen Beinen und hüftigem Schnitt sind es Retro-Pants oder Trunks. Diese passen zu allem, sind aber nicht mehr ganz so bequem. Dann gibt es noch den engen Slip, den dennoch einige Männer tragen um ihren schönen Körper und ihre Männlichkeit zu betonen.

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